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Küchenterz + Bösendorfer


Anna-Sophie Brosig (Sopran) und Anastasia Kovbyk (Klavier)

Unter diesem launigen Titel veanstaltet die GWK Hauskonzerte, die ihresgleichen suchen. Am 23. Juli gestalteten Anna-Sophie Brosig (Sopran) und Anastasia Kovbyk (Klavier) einen Liederabend in Senden, der die ca. 60 Zuhörer in Begeisterung versetzte. Der vom Haus der Klaviere zur Verfügung gestellte Bösendorfer 170 war der richtige Partner!

"Küchenmusik" kennt wohl jeder, den Hintergrund-Sound, mit dem alles, auch Kochen und Spülen besser geht. Früher, im letzten Jahrhundert, hat man bei der Küchenarbeit oftmals selber gesungen, die eine Köchin die Melodie, die andere improvisierte die zweite Stimme, sang drei Töne, eine Terz, über oder unter der Melodie. Man "terzelte" - "Küchenterzen" eben. Das ist die einfachste Form der Mehrstimmigkeit und sie ist aus der alten Küche, heute aus Volks- und Popmusik bekannt.

Mit dem "Küchenterz" bringt die GWK Musik in die "Küchen", nicht aus der Konserve, sondern live und gartenfrisch. Doch es gibt dabei natürlich keine Küchenterzen, sondern erstklassige Kammermusik. Von Juni bis August spielen Preisträger der GWK und internationaler Wettbewerbe packende Hauskonzerte, nicht unbedingt in der Küche, aber an einem eher persönlich geprägten Ort, der etwas von "der Seele des Hauses" hat und wo man mit einem guten Schluck und etwas zu knabbern rechnen darf.

Ganz nah ist man in all diesen "Küchen" dran, am "Terz" nicht im Sinn von Klamauk und Radau, sondern an "Terz" im Sinn künstlerischer Inspiration, höchster Intensität und Spannung. Da versteht sich, dass der Reihentitel mit einem Augenzwinkern daherkommt, mit einem Schuss westfälischen Understatements und munterer Selbstironie.