schatten

Kultuforum Konzert


Wenn der Vater mit dem Sohne......musiziert, dann kann daraus - im besten Falle - ein wunderbarer Konzertabend im Haus der Klaviere Gottschling in Hiddingsel werden!

 

Vor übervoll besetztem Konzertsaal (über 190 Zuhörer drängten sich auf Stühlen, Leihstühlen und jeder verfügbaren Klavierbank) gaben Michael und Jonas Lippert sowie Thomas und Yoshias Weber ihr gebündeltes musikalisches Können zum Besten und ernteten den begeisterten Beifall der anwesenden Lions-Club Mitglieder und Dülmener Musikliebhaber. Das abwechslungsreiche Programm mit Werken der Romantik und Spätromantik zeigte eindrucksvoll die Facetten der beteiligten Instrumente.

Jonas Lippert entlockte seiner Posaune in Carl Maria von Webers "Romanze für Posaune und Klavier" trotz der Nachwirkungen einer eben erst überstandenen Erkältung wundervoll weiche und sanfte Klänge, die sich harmonisch in das kraftvolle Spiel seines Vaters auf dem 280 er Schimmel Konzertflügel einfügten. In der "Ballade op 62" von Eugene Bozza zeigte der junge Posaunist dann auch die beschwingte und freche Seite seines Instrumentes. Michael Lippert, der ebenfalls erkrankt war, überzeugte mit seiner professionellen Darbietung, einfühlsam zurückhaltend in den ruhigen Passagen, energisch und sicher in der Klavierfassung des berühmten "Concertino für Posaune und Orchester Es Dur, op.4" von Ferdinand David, in dem er seinem begabten Sohn einen glänzenden Rahmen für dessen gelungene Solopartie bot.

 

Thomas Weber übernahm in launiger Anrede die Moderationen zwischen den einzelnen Stücken, versorgte das Publikum mit Hintergrundinformationen zu Komponisten, Musikstil und Zeitgeschehen, die das Verständnis und damit den Hörgenuss deutlich erhöhten.


Er und sein Sohn Yoshias an der Klarinette waren sichtlich gut aufeinander eingespielt und vermittelten ebenso wie die Lipperts das klare Gefühl, das gemeinsame Musizieren vor Publikum sehr zu genießen. Yoshias Weber ließ scheinbar ansatzlos zauberhaft puderige Klänge aus seiner Klarinette erklingen, genauso wie sich Robert Schumann seine "3 Fantasiestücke op 73 für Klarinette und Klavier" vorgestellt haben muss, als er sie mit "Zart und mit Ausdruck" oder "Lebhaft und leicht" betitelte.


Nach der Pause forderte das Weber Vater/Sohn Gespann das Publikum mit Debussys "Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier" auf, ihnen in modernere Gefilde zu folgen und es war eine Freude, sich von dem lustvollen Spiel der beiden mitreissen zu lassen.


Wie ausdrucksstark Yoshias Weber trotz seines jungen Alters ist, zeigte er eindrucksvoll bei Alban Bergs "Stücken für Klarinette und Klavier" und - ein besonderes Highlight des Abends - bei Leonard Bernsteins "Sonate für Klarinette und Klavier".


Alles in allem ein sehr gelungener Konzertabend sowie der eindeutige Beweis, dass Musikerfamilien ein wahrer Hort für große, aufstrebende Talente sein können. Wir wünschen besonders den beiden jungen Musikern des Abends viel Erfolg auf ihrem vielversprechenden Weg!

 

Text: Birgit Rückert, Fotos: Simon Rempe